Finanzbericht 2019

Auf den folgenden Seiten stellen wir Ihnen die wichtigsten Ergebnisse des Geschäftsjahres vor. Der vollständige Jahresabschluss inklusive Lagebericht wird im elektronischen Bundesanzeiger veröffentlicht.

 

Das vergangene Geschäftsjahr stand im Zeichen der Fusion zwischen der Volksbank Mittelhessen eG und der Raiffeisenbank eG, Ebsdorfergrund. Der Zusammenschluss ist rechtlich und technisch abgeschlossen. Die vorliegenden Geschäftszahlen ergeben sich daher aus den konsolidierten Zahlen beider erfolgreich zusammengeschlossenen Institute.

 

Die Volksbank Mittelhessen hat das Geschäftsjahr 2019 mit einem stabilen Ergebnis beendet. So ist die Bilanz der Volksbank Mittelhessen auch im Berichtsjahr weiter gewachsen. Sie summiert sich zum Stichtag auf 8.288 Mio. EUR nach 8.054 Mio. EUR im Vorjahr. Dies entspricht einer Steigerung in Höhe von 2,9 %. Getragen wird dieses Wachstum durch die Steigerung der Kundeneinlagen bei gleichzeitiger Ausweitung des Kreditgeschäftes. Die schwierigen Rahmenbedingungen, allen voran die Folgen der anhaltenden Niedrigzinspolitik, haben sich im Berichtsjahr weiter verschärft. Auch vor diesem Hintergrund ist der Vorstand mit der Geschäftsentwicklung zufrieden.

Bilanzsumme

in Mio. EUR

+ 2,9 %

2019 8.288
2018 8.054

Kundenkredite

Trotz der konjunkturellen Unsicherheiten zeigte sich die mittelständische Wirtschaft im Berichtsjahr nach wie vor investitionsbereit. Im privaten Sektor sorgte der anhaltende Immobilientrend für eine stabile Kreditnachfrage. In der Folge stiegen die Kundenforderungen im Jahr 2019 um 3,5 % auf 5.103 Mio. EUR. Innerhalb der Berichtsperiode wurden neue Darlehen in Höhe von 1.060 Mio. EUR gewährt. Den Neukrediten standen Tilgungsleistungen in Höhe von 756 Mio. EUR gegenüber. Das Kreditvolumen im Privatkundensegment hat einen Anteil von 38,4 Prozent, das Firmenkundensegment einen Anteil von 61,6 Prozent.

 

Über das bilanzwirksame Geschäft hinaus wurden Darlehen in Höhe von 574 Mio. EUR an Verbundpartner der Genossenschaftlichen FinanzGruppe vermittelt. Im Berichtsjahr 2019 ist die Summe der in Wertpapieren investierten Mittel leicht rückläufig. Das in erster Linie in Papiere von Emittenten erstklassigen Ratings investierte Vermögen ging um 2,6 % auf 2.036 Mio. EUR leicht zurück. Die Liquidity Coverage Ratio (LCR) lag per Stichtag bei 130 Prozent. Alle aufsichtsrechtlichen Vorgaben wurden im Berichtsjahr zu jeder Zeit eingehalten. Der Vorstand der Volksbank Mittelhessen führt die Bank sehr liquide. Die Forderungen an Banken stiegen im Berichtsjahr um 49,1 Prozent auf 766 Mio. EUR.

Kundenforderungen

in Mio. EUR

+ 3,5 %

2019 5.103
2018 4.932

Wertpapieranlagen

in Mio. EUR

- 2,6 %

2019 2.036
2018 2.091

Forderungen an Banken

in Mio. EUR

+ 49,1 %

2019 766
2018 514

Kundeneinlagen

Das letztjährige Wachstum der Volksbank Mittelhessen basiert auf Zuwächsen sowohl auf der Aktiv- als auch auf der Passivseite der Bilanz. So sind auch die Einlagen der Mitglieder und Kunden im vergangenen Geschäftsjahr trotz der unbefriedigenden Zinssituation um 3,2 % auf 6.730 Mio. EUR gestiegen. Als Genossenschaftsbank legt die Volksbank Mittelhessen die ihr anvertrauten Gelder vor Ort an. Zur Förderung der eigenen Mitglieder und der Region fließen die Mittel in Investitionen in Form von Krediten an gewerbliche und private Kunden sowie die öffentliche Hand. So sind es letztlich die Mitglieder und Kunden, die über ihre solidarische Kraft das Wachstum der Region Mittelhessen fördern. Dieses genossenschaftliche Prinzip der Regionalität macht die Geldanlage bei der Volksbank auch in Zeiten der Niedrigzinspolitik weiterhin attraktiv.

Kundeneinlagen

in Mio. EUR

+ 3,2 %

2019 6.730
2018 6.522

Passivgeschäft

Der Bestand der klassischen Spareinlagen erhöhte sich leicht um 0,8 % auf 1.469 Mio. EUR. Vermehrt schichten die Kunden der Volksbank Mittelhessen liquides Vermögen in Verbundprodukte um oder parken die Gelder im täglich fälligen Bereich. Zudem entscheiden sich immer mehr Kunden für attraktive Wertpapieranlagen. Das Kundendepotvolumen stieg in Folge der positiven Marktentwicklung und aufgrund dieser Umschichtungen von 737 Mio. EUR im Jahr zuvor auf 822 Mio. EUR. Darüber hinaus legten unsere Kunden Gelder in Wertpapierdepots und in Form von Direktanlagen bei unseren Verbundpartnern an. Dieses in der eigenen Bilanz nicht berücksichtigte Vermögen summierte sich im Berichtsjahr auf 3.280 Mio. EUR. Im Vergleich zum Vorjahr entspricht dies einer Steigerung um 372 Mio. EUR, was auch auf die positive Kursentwicklung an den Wertpapiermärkten zurückzuführen ist.
Ebenfalls gewachsen sind die „anderen Einlagen“. Sie stiegen im Berichtsjahr um 4,0 % auf 5.234 Mio. EUR. Dabei erhöhten sich die Kontokorrent- und Tagesgeldeinlagen um 107 Mio. EUR, die Termineinlagen um 95 Mio. EUR. Sparbriefe werden bei dem aktuellen Zinsniveau immer weniger nachgefragt. Dem Trend der Vorjahre folgend verlieren die verbrieften Verbindlichkeiten zunehmen an Bedeutung. Sie reduzierten sich durch Fälligkeiten um 5 Mio. EUR auf 27 Mio. EUR. Neue Emissionen im Kundengeschäft werden bei dem aktuellen Zinsniveau nicht aufgelegt. Gleiches gilt für die nachrangigen Verbindlichkeiten. Infolge von Endfälligkeiten wurde der Bestand im Berichtsjahr vollständig zurückgezahlt.

Eigenkapital

Die Volksbank Mittelhessen verfügt über eine gesunde Eigenkapitalbasis. Im Zuge des bilanziellen Wachstums konnte das Eigenkapital der Volksbank Mittelhessen auch im Berichtsjahr 2019 weiter gestärkt werden. So stieg das bilanzierte Eigenkapital in den vergangenen zwölf Monaten auf 840 Mio. EUR. Damit sieht sich die Volksbank Mittelhessen komfortabel kapitalisiert und bestens gerüstet für künftiges Wachstum. Vorbehaltlich der Zustimmung durch die Vertreterversammlung wird die Eigenkapitalbasis durch weitere Dotierungen nochmals gestärkt. Auf Basis der per 31. Dezember 2019 gültigen Eigenmittelbestandteile wird die Summe der Eigenmittel auf 919 Mio. EUR steigen. Die Kernkapitalquote beträgt dann 16,6 %.

Eigenmittel

Ertragslage

Vor dem Hintergrund der nach wie vor herausfordernden Rahmenbedingungen war die Ertragslage der Volksbank Mittelhessen im Berichtszeitraum zufriedenstellend. Der Zinsüberschuss liegt im Geschäftsjahr 2019 um 6,6 Mio. EUR höher als im Vorjahr. Der Ergebnisbeitrag aus Provisionen ist um 4,6 Mio. EUR auf 52 Mio. EUR zurückgegangen. Die Allgemeinen Verwaltungsaufwendungen betrugen im Jahr 2019 123 Mio. EUR. Im Vorjahr notierte dieser Wert mit 119 Mio. EUR leicht darunter. Die Cost-Income-Ratio liegt bei 68,1 Prozent. Die Volksbank Mittelhessen erreicht im Berichtsjahr ein Ergebnis der normalen Geschäftstätigkeit vor Bewertung in Höhe von 61 Mio. EUR nach 65 Mio. EUR im Jahr zuvor.

Erfolgskomponenten

Mit ihrer wirtschaftlichen Stärke ist die Volksbank Mittelhessen verlässlicher Partner ihrer privaten Kunden und des regionalen Mittelstandes. Um auch künftig ihrem genossenschaftlichen Auftrag gerecht zu werden, stärkt die Volksbank Mittelhessen kontinuierlich ihre Rücklagen. So werden im Jahr 2019 10,7 Mio. EUR den Rücklagen nach § 340f HGB zugeführt. Das diesjährige Bewertungsergebnis in Höhe von -14 Mio. EUR ist im Wesentlichen auf diese Rücklagendotierung zurückzuführen.

 

Die Volksbank Mittelhessen notiert dadurch im Berichtsjahr ein Ergebnis der normalen Geschäftstätigkeit nach Bewertung in Höhe von 47 Mio. EUR nach 55 Mio. EUR im Jahr zuvor. Abzüglich der vorgesehenen Einstellung weiterer 6,7 Mio. EUR in den Fonds für allgemeine Bankrisiken sowie des Steueraufwandes verbleibt ein Jahresüberschuss in Höhe von 23 Mio. EUR nach 17 Mio. EUR im Jahr zuvor.